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Zuckergewinnung

Energie

Welche Energie braucht eine Zuckerfabrik?
Für die Zuckergewinnung ist thermische und elektrische Energie erforderlich. In einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage werden beide Energieformen bereitgestellt. Die thermische Energie ist zum Verdampfen des Wassers erforderlich. Die Anwärmung erfolgt mit Abwärmeströmen.

Wie hoch ist der Energiebedarf einer Zuckerfabrik?
Der Energiebedarf einer Zuckerfabrik richtet sich nach ihrer täglichen Rübenverarbeitung: Bei 10.000 t Rüben/Tag beträgt der Energiebedarf im Kesselhaus rund 1.750 MWh und für die Schnitzeltrocknung 750,5 MWh.

Wird zur Dampferzeugung Schweröl oder Gas verwendet?
Die Fabriken können beide Brennstoffe einsetzen (sog. bivalente Feuerung). Welcher Brennstoff jeweils eingesetzt wird, hängt von der Verfügbarkeit und vom Marktpreis ab.

Warum wird auch Rohbraunkohle verfeuert?
Rohbraunkohle ist ein einheimischer Brennstoff, dessen Einsatz sich nach Verfügbarkeit und Marktpreis richtet -wie bei anderen Brennstoffen auch. Moderne Verfahren sichern einen umweltgerechten Betrieb.

Welche Rolle spielt Elektroenergie?
Für ein Werk mit einer durchschnittlichen täglichen Rübenverarbeitung von 10.000 t beträgt der Elektroenergiebedarf rund 250 MWh. Die benötigte Elektroenergie wird im Werk selbst in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage erzeugt. Ein Bezug von Elektroenergie findet in der Regel nur bei Störungen im Kraftwerk oder an der Turbine statt.

Wird Abwärme genutzt?
Die Wärmeenergie für die Zuckerfabrik wird in eigenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gewonnen. Die Fabrik selbst wird nur an einer Stelle, der ersten Stufe der Verdampfstation, beheizt. Der beim Verdampfen in dieser Stufe entstehende Wasserdampf wird wiederum für Verdampfen und Anwärmen genutzt. Dieses Prinzip setzt sich über etwa 5 bis 6 Stufen fort. So werden etwa 75 % des Energiebedarfes einer Zuckerfabrik aus Abwärme gedeckt. Die Fabrik verlassen Wärmeströme (Kondensate) mit einer Temperatur von etwa 30 bis 50 °C. Für die Nutzung dieser Wärmeströme bestehen technische und betriebswirtschaftliche Grenzen.

Könnte man den Dampf, der an mehreren Stellen ins Freie ausgeleitet wird, nicht auch zur Energiegewinnung nutzen?
Es handelt sich dabei um Abgase, die mit Wasserdampf stark angereichert sind. Die Temperatur dieser Abgase liegt unter 100 °C. Die Kondensationstemperatur des Wasserdampfes unter 70 °C. Erst unter dieser Temperatur lassen sich nennbare Wärmemengen zurückgewinnen. Allerdings wäre der technische Aufwand dafür sehr groß. Somit bestehen für die Nutzung dieser Wärmeströme technische und betriebswirtschaftliche Grenzen.

Was kommt aus dem Kamin raus?
Hauptsächlich Wasserdampf, der bei der Trocknung der ausgelaugten Rübenschnitzeln entsteht.

Warum riecht der Dampf aus dem Schornstein?
Weil darin Spuren organischer Stoffe enthalten sind, die in der Rübe selbst enthalten waren oder bei der Verarbeitung daraus gebildet wurden.