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Geschäftsjahr 2016/17

Segment Spezialitäten

Das Segment Spezialitäten umfasst die Aktivitäten in den Divisionen BENEO (BENEO-Orafti/BENEO-Palatinit/BENEO-Remy), Freiberger, PortionPack Europe die Stärke- und Bioethanolaktivitäten der AGRANA sowie die neue Weizenstärkeanlage in Zeitz.

Geschäftsentwicklung im Segment Spezialitäten



2016/172015/16
UmsatzerlöseMio. EUR1.8191.791
EBITDAMio. EUR263246
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle VermögenswerteMio. EUR-79-75
Operatives ErgebnisMio. EUR184171
Ergebnis aus Restrukturierung/SondereinflüssenMio. EUR-4-2
Ergebnis aus at equity einbezogenen UnternehmenMio. EUR2823
Ergebnis der BetriebstätigkeitMio. EUR208192
EBITDA-Marge%14,413,7
Operative Marge%10,19,5
Investitionen in SachanlagenMio. EUR126131
Investitionen in Finanzanlagen/AkquisitionenMio. EUR00
Investitionen gesamtMio. EUR126131
Capital employedMio. EUR1.4991.436
Return on Capital employed%12,211,9
Mitarbeiter
4.6344.422

Umsatz und operatives Ergebnis

Der Umsatz im Segment Spezialitäten erhöhte sich leicht von 1.791 auf 1.819 Mio. €. Neben der Inbetriebnahme der Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz trug hierzu insbesondere der anhaltende Absatzzuwachs bei. Hierdurch konnten die – teils auch durch Wechselkurseffekte – rückläufigen Erlöse mehr als ausgeglichen werden. Insbesondere der Verfall des britischen Pfunds aufgrund des Brexit-Beschlusses hatte negative Auswirkungen auf einzelne Gesellschaften des Segments. Das operative Ergebnis konnte mit 184 (171) Mio. € gegenüber dem außergewöhnlich guten Vorjahresniveau nochmals gesteigert werden. Der weitere Absatzzuwachs in nahezu sämtlichen Geschäftsfeldern war dabei höher als die belastenden Effekte aus dem Anlauf der Stärkefabrik in Zeitz und die rückläufigen Erlöse.
Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen
Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von -4 (-2) Mio. € enthielt Aufwendungen aus der Testphase der neuen Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz bis Juli 2016. Im Vorjahr standen Aufwendungen aus der in 2015/16 begonnenen Testphase der Weizenstärkeanlage Erträge unter anderem aus Vermögenssteuererstattungen für Vorjahre bei BENEO gegenüber.
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe 28 (23) Mio. € betrifft im Wesentlichen das anteilige Ergebnis der Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana-Gruppe.
Capital Employed und Return on Capital Employed (ROCE)
Das Capital Employed erhöhte sich maßgeblich investitionsbedingt auf 1.499 (1.436) Mio. €. Durch die Steigerung des operativen Ergebnisses auf 184 (171) Mio. € verbesserte sich der ROCE auf 12,2 (11,9) %. Das Capital Employed umfasst auch die Investitionen in die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz.
Investitionen
Die Investitionen im Segment Spezialitäten von 126 (131) Mio. € betrafen in der Division BENEO maßgeblich Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess bei Orafti in Oreye/Belgien und in der Agglomerations-Anlage bei Palatinit in Offstein. In der Division Stärke entfiel die maßgebliche Investition auf die Errichtung und Inbetriebnahme der Weizenstärkeanlage in Zeitz und die Kapazitätserhöhung in Aschach/Österreich. Bei der Division Freiberger wurde vorrangig in Effizienzverbesserungen durch neue Produktionsanlagen an den Standorten Berlin und Westhoughton/Großbritannien investiert.

BENEO

BENEO konnte im Geschäftsjahr 2016/17 ihre Marktposition erfolgreich behaupten und ein deutliches Wachstum auf allen Kernmärkten erreichen. Neben dem europäischen Markt liegt der Fokus auf dem Potenzial der amerikanischen und asiatischen Märkte. So wurde beispielsweise ein Verkaufsbüro in Indien für die Expansion in diesen bedeutenden Wirtschaftsraum eröffnet.

Freiberger

Im zurückliegenden Geschäftsjahr gelang es der Freiberger-Gruppe, die Erwartungen trotz steigender Milchpreise und der Entwicklung des britischen Pfunds zu erfüllen. Entgegen dem Markttrend konnte Freiberger durch die konsequente Ausrichtung auf Produktqualität in Deutschland die gleiche Menge wie im Vorjahr absetzen. In Frankreich und in Großbritannien stieg der Absatz. Vor diesem Hintergrund wird Freiberger weiter seine Qualitäts- und Investitionsstrategie fortsetzen und die Produktionskapazitäten auf die speziellen Anforderungen des Einzelhandels in den Märkten ausrichten sowie Trends im Verbraucherverhalten in seinen Sortimenten und Produktionskonzepten einbeziehen.

PortionPack Europe

Im Geschäftsjahr 2016/17 bewegte sich PortionPack Europe in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. In Belgien wurden im Rahmen einer Umstrukturierung zu Beginn des Geschäftsjahres die Produktionsaktivitäten veräußert und das Geschäft mit den Foodservice-Kunden als reine Handelsaktivität fortgesetzt. Aufgrund der in Euro umgerechnet deutlich niedrigeren Umsätze in England und des geringeren Ge-schäftsvolumens in Belgien lag der Umsatz der PortionPack Europe-Gruppe unter dem Vorjahr.

Stärke

In der Division Stärke stieg der Umsatz um 1,7 %. Die Absatzmenge von eigengefertigten Produkten stieg aufgrund einer deutlich höheren Produktivität in allen Werken. Insbesondere bei nativen Stärken konnten die deutlichen Mehrmengen zu stabilen Preisen im Markt platziert werden. Die Ethanolnotierungen waren im Geschäftsjahr sehr volatil, die Durchschnittspreise für Bioethanol lagen unter dem Vorjahr. Durch gestiegene Verkaufsmengen konnte der Umsatz aber beinahe konstant gehalten werden. Die Produktgruppe der modifizierten Stärken entwickelte sich mengen- und preismäßig stabil. Die Verfolgung der Spezialitätenstrategie brachte im Berichtsjahr auch deutliche Umsatzsteigerungen bei margenstarken Bio-Produkten, sowohl durch Mengensteigerungen als auch aufgrund gefestigter Verkaufspreise. Die Entwicklung der Zuckerpreise in Europa hat einen positiven Einfluss auf die Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte, sodass die Umsätze, auch durch Mehrabsatz, über dem Vorjahr lagen.
Nach anderthalb Jahren Bauzeit wurde in der Stärkefabrik am Standort Zeitz im März 2016 mit dem Probebetrieb begonnen und anschließend die Anlage im Juli 2016 in Betrieb genommen. Mit rund 100 neuen Mitarbeitern wird in der Anlage Weizen aus der umliegenden Region zu Glukosesirupen für die Lebensmittel- und chemische Industrie verarbeitet. Neben dem Hauptprodukt Glukosesirup werden Kleie für die Futtermittelindustrie und das Pflanzenprotein Gluten gewonnen. Gluten ist ein wichtiger Rohstoff für beispielsweise die Backindustrie oder auch für die Fischzucht. Erstmals wurden größere Mengen Kleie aus der neu in Betrieb genommenen Weizenstärkeanlage in Zeitz zu guten Konditionen im In- und Ausland verkauft.