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Mannheim, 07.07.1999

Südzucker mit internem und externem Wachstum

Die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, sieht in internem und externem Wachstum, verbunden mit der soliden Ertragskraft des Unternehmens, wichtige Voraussetzungen, um wettbewerbsfähige Geschäftsdimensionen zu erlangen, die Produktivität zu erhöhen und die Kostenführerschaft zu erreichen bzw. zu sichern. Auf diesem Weg ist Südzucker 1998/99 gut vorangekommen. Das Produktportfolio wurde optimiert und dabei nicht konkurrenzfähige Bereiche veräußert sowie konjunkturstabile Geschäftsfelder gezielt durch Akquisitionen gestärkt.

Mannheim, 07.07.1999

Südzucker mit internem und externem Wachstum

Die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, sieht in internem und externem Wachstum, verbunden mit der soliden Ertragskraft des Unternehmens, wichtige Voraussetzungen, um wettbewerbsfähige Geschäftsdimensionen zu erlangen, die Produktivität zu erhöhen und die Kostenführerschaft zu erreichen bzw. zu sichern. Auf diesem Weg ist Südzucker 1998/99 gut vorangekommen. Das Produktportfolio wurde optimiert und dabei nicht konkurrenzfähige Bereiche veräußert sowie konjunkturstabile Geschäftsfelder gezielt durch Akquisitionen gestärkt. Obwohl der hohe Wettbewerbsdruck in der Ernährungsindustrie weiter anhält, konnte Südzucker durch diese Strategie den Umsatz deutlich steigern und zukunftsgerichtete Strukturmaßnahmen zur Ergebnisverbesserung durchführen.
Konzernumsatz steigt auf 8,8 Mrd. DM
Der Konzernumsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 1998/99 um 7,6 % auf 8,8 (8,2)* Mrd. DM. Das interne Wachstum ohne Neukonsolidierungen lag bei 3 %. Von dem Anstieg um insgesamt 619 Mio. DM entfielen 490 Mio. DM auf die Zuckergruppe und 129 Mio. DM auf den Nicht-Zuckerbereich. Die Umsatzverteilung zwischen dem Zuckerbereich und dem Nicht-Zuckerbereich hat sich dadurch leicht zu Gunsten des Zuckerbereichs verschoben und beträgt nunmehr 63 (61) zu 37 (39) %.
Die Erhöhung des Umsatzes in der Zuckergruppe auf 5,5 (5,0) Mrd. DM ist auf den um die Akquisitionen erweiterten Konsolidierungskreis und das erfreuliche Umsatzwachstum bei Palatinit, Raftiline?/Raftilose? sowie der Zuckerhandelsgesellschaft Hottlet zurückzuführen.
Die Schöller-Gruppe konnte ihren Umsatz um rd. 100 Mio. DM auf 2,8 (2,7) Mrd. DM steigern. Der witterungsbedingte Umsatzrückgang bei Eis wurde durch die neu hinzugekommene skandinavische Hjem-IS-Gruppe mehr als ausgeglichen. Die Freiberger-Gruppe hat den Umsatz um rd. 6 % auf 483 (458) Mio. DM gesteigert.
Konzernabschluss 1998/99
Der Konzernjahresüberschuss hat sich mit 309 (327) Mio. DM gegenüber dem Vorjahr leicht vermindert. Aus der Stilllegung der Eisproduktion in Mettmann, der ungarischen Zuckerfabrik Sarvar und der Standortverlagerung des Portionspackungsgeschäfts von Hellma waren einmalige Belastungen in Höhe von 46 Mio. DM zu verkraften.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte um 31 Mio. DM auf 580 (549) Mio. DM gesteigert werden. Im Zuckerbereich ist es gelungen, die Ergebnisbelastungen aus der witterungsbedingt schwierigen Kampagne (hoher Erdanhang und frostgeschädigte Rüben) und dem preisbedingt schlechteren C-Zucker- und Futtermittelgeschäft durch Kosteneinsparungen bei Energie- und Instandhaltung sowie durch einen gestiegenen Quotenzuckerabsatz auszugleichen. Die Schöller-Gruppe verzeichnete als Folge der unbefriedigenden Eissaison einen Ergebnisrückgang.
Die Vermögens- und Kapitalstruktur zum 28. Februar 1999 ist durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises und die vollständige Verrechnung aller aus der Erstkonsolidierung entstandenen Geschäftswerte mit dem Eigenkapital geprägt. Das Eigenkapital verminderte sich dadurch um 49 Mio. DM auf 1,7 (1,8) Mrd. DM. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme erreicht 24,2 (25,1) %. Das Anlagevermögen von 3,3 (3,2) Mrd. DM ist zu 128,5 (122,0) % durch mittel- und langfristiges Kapital gedeckt. Aus dem Cashflow von 908 (939) Mio. DM konnten die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterielle Vermögensgegenstände) von 464 (409) Mio. DM und in Finanzanlagen von 408 (360) Mio. DM finanziert werden.
Dividende in Vorjahreshöhe
Der Jahresüberschuss der Südzucker AG beträgt 183 (181) Mio. DM, in die Rücklagen wurden 91,3 (90,9) Mio. DM eingestellt. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn von 91,4 (90,3) Mio. DM wiederum eine Dividende von 17,00 (17,00) DM je Stammaktie und 19,00 (19,00) DM je Vorzugsaktie auszuschütten.
Zuckergruppe mit 42 Fabriken
Der Bereich Zucker/Süßungsmittel, dem mittlerweile 42 Zuckerfabriken zuzuordnen sind, hat über die Zuckerfabrik Ropczyce (Südzucker-Beteiligung 38,85 %) eine Beteiligung in Höhe von 81,25 % an der Zuckerfabrik Wlostow S. A. erworben und dadurch die Zuckeraktivitäten in Polen weiter gestärkt. Die Beteiligung der Südzucker AG an vier Zuckerfabriken in Moldawien erweitert die Marktpräsenz in Osteuropa. Parallel wurden durch die AGRANA Mehrheitsbeteiligungen an vier Zuckerfabriken in Rumänien, Beteiligungen an zwei Zuckerunternehmen in der Slowakei sowie die Zuckerfabrik Opava in Tschechien erworben. Südzucker sieht das Engagement in der Zuckerwirtschaft Osteuropas als Investition in die Zukunft, es geht um Zeiträume von fünf, zehn oder mehr Jahren. Im Rahmen der Strategie, die Wertschöpfungskette für das Unternehmen auszubauen, wurde zur besseren Marktbearbeitung in Asien eine Tochtergesellschaft der Palatinit Süßungsmittel GmbH in Singapur gegründet. Über die belgische Raffinerie Tirlemontoise wurde Atlanta Dethmers, ein Unternehmen, das Zuckerzubereitungen und Backmischungen herstellt, erworben.
100.000 Landwirte liefern an Südzucker
Für die Südzucker-Gruppe wurden 1998 auf einer Fläche von 450.000 ha von knapp 100.000 Landwirten 23,3 Mio. t Rüben angebaut. Die Zuckererzeugung betrug insgesamt 3,3 (3,3) Mio. t; davon entfallen 2,78 Mio. t auf die EU.
Absatz bei Südzucker AG und GmbH auf hohem Niveau
In den Werken von Südzucker AG und GmbH wurden aus 11,4 (10,4) Mio. t Rüben bei einem Zuckergehalt von 17,07 (18,19) % insgesamt 1,69 (1,65) Mio. t Zucker gewonnen. Der Zuckerabsatz konnte mit 1,69 (1,67) Mio. t auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden.
R.T.-Gruppe wächst weiter
Die R.T.-Gruppe, Brüssel, hat bei einem Umsatz in Höhe von 1,7 (1,5) Mrd. DM mit 104 (104) Mio. DM einen Jahresüberschuss in Vorjahreshöhe erzielt. Bei einer erntebedingt auf 601.000 (761.000) t zurückgegangenen Zuckererzeugung wurde aufgrund angehobener Exporte insgesamt eine Absatzsteigerung um 3,3 % auf 750.000 (726.000) t Zucker erzielt.
Umsatzplus bei AGRANA-Gruppe
Die AGRANA-Gruppe, Wien, hat im Wesentlichen durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises ihren Umsatz auf 1,3 (1,1) Mrd. DM erhöht. Der Jahresüberschuss der AGRANA-Gruppe ist aufgrund von Umstrukturierungsaufwendungen, des Wegfalls von außerordentlichen Finanzergebnissen des Geschäftsjahres 1997/98 und der gegenüber dem Vorjahr erhöhten Steuerquote auf 30 (63) Mio. DM zurückgegangen. Bei einer Zuckererzeugung von 490.000 (484.000) t konnte der Zuckerabsatz auf 490.000 (464.000) t gesteigert werden. In den Zuckerfabriken in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Rumänien wurden 371.000 t Zucker gewonnen; der Zuckerabsatz betrug 399.000 t.
Palatinit mit Wachstum
Die Palatinit Süßungsmittel GmbH, Mannheim, ist mit ihrem Zuckeraustauschstoff Isomalt weiterhin auf dem Wachstumspfad. Hierzu tragen neue Anwendungsgebiete, aber auch die Erschließung neuer Märkte, insbesondere Südamerikas, Asiens und Australiens, bei.
Portfolio optimiert
Das Portfolio im Bereich Speiseeis/Tiefkühlkost konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr optimiert werden. Die Schöller Holding hat die restlichen Anteile von 6,4 % an der Heimdienst-/Straßenverkaufsgruppe Eismann Family übernommen. Des Weiteren wurde die Beteiligung an dem Heimdienst-Unternehmen Heimfrost Schumacher von 49 % auf 74 % aufgestockt. Die Beteiligung an dem Hersteller von Saisonartikeln und Dauerbackwaren Wilhelm Kinkartz wurde verkauft. Im Rahmen der Konzentration auf die Kernbereiche Speiseeis und Tiefkühlkost wird dem Bereich Backwaren keine strategische Bedeutung beigemessen.
Nach dem Erwerb der noch ausstehenden Anteile von 25,1 % an dem Pizza- und Pasta-Hersteller Freiberger hält Südzucker nunmehr alle Anteile an diesem Unternehmen. Damit wird es möglich sein, weitere Synergien in diesem Kernbereich zu realisieren.
Marktanteil behauptet
Die Schöller Holding-Gruppe, Nürnberg, erzielte im Wesentlichen aufgrund der Erstkonsolidierung der skandinavischen Hjem-IS-Gruppe einen Anstieg des Umsatzes auf 2,8 (2,7) Mrd. DM. Die witterungsbedingt unbefriedigend verlaufene Eissaison konnte durch Exporte nicht voll ausgeglichen werden, sodass die Schöller Holding - bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis - einen Umsatzrückgang um insgesamt 4 % hinnehmen musste. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 1998/99 ist durch außerordentliche Aufwendungen belastet, die zukünftig zu einer nachhaltigen Stärkung der Ertragskraft führen werden. Hierzu zählt vor allem die Schließung des Standortes Mettmann zum Ende der Eiskremsaison 1999. Es wird daher - trotz eines deutlich positiven operativen Ergebnisses - ein Jahresfehlbetrag von 61 (Vorjahr: Jahresüberschuss 43) Mio. DM ausgewiesen.
Freiberger jetzt 100%ige Südzucker-Tochter
Die Freiberger-Gruppe, Berlin, hat den Umsatz um rd. 6 % auf 483 (458) Mio. DM gesteigert. Damit ist es Freiberger auch 1998 gelungen, trotz der nach wie vor vorhandenen Konsumzurückhaltung ein Wachstum zu erzielen. Zwei Drittel des Gesamtumsatzes entfallen auf Pizza, ein Drittel auf Baguette- und Pastaprodukte; der Exportanteil liegt bei gut einem Viertel des Umsatzes.
Weitere Beteiligungen
Die KWS SAAT AG, Einbeck, hat im Geschäftsjahr 1997/98 den Gruppenumsatz auf 663 (591) Mio. DM erhöht. Dieser Anstieg wurde vor allem von den Geschäftsfeldern Zuckerrüben und Getreide getragen. Der Absatz von Maissaatgut erreichte aufgrund eines verminderten Marktvolumens in den westeuropäischen Kernmärkten das Vorjahresniveau nicht.
Forschung und Entwicklung
Ein Arbeitsschwerpunkt im Bereich Forschung und Entwicklung ist der Ausbau der Position in potentiellen Zukunftsmärkten, wie z. B. Functional Foods auf Kohlenhydratebasis. Des Weiteren sollen die in der Unternehmensgruppe vorhandenen Synergiepotentiale noch systematischer genutzt und das Know-how im Bereich Forschung und Entwicklung noch stärker gebündelt werden, um marktgerechte Produkte liefern zu können.
Der Einsatz der Gentechnik im Lebensmittelbereich blieb auch 1998 in der Diskussion. Von der Einschätzung der Verbraucher und Feldversuchen, die gemeinsam mit den Rübenanbauern erfolgen, wird es abhängen, ob mit Hilfe der Gentechnik neu gezüch-tete Rübensorten zum Einsatz kommen; in keinem Fall aber wird Zucker aus solchen Rüben vor dem Jahr 2001 gewonnen. Wissenschaftlich ist nachgewiesen, dass der Zucker aufgrund des Gewinnungsverfahrens - unabhängig von der verwendeten Rübensorte - völlig unverändert bleibt und nach der Novel Food-Verordnung nicht zu kennzeichnen ist.
Über 25.000 Mitarbeiter im Konzern
Im Wesentlichen durch den Erwerb von osteuropäischen Unternehmen ist die Zahl der Mitarbeiter um nahezu 25 % auf 25.619 (20.394) gestiegen. Im Bereich von Südzucker AG und GmbH wurde die bereits hohe Ausbildungsquote nochmals angehoben und erreichte (Stichtag 31. Dezember 1998) 11,9 (10,5) %.
Südzucker hat 19.000 Aktionäre
Nach der im Frühjahr 1999 durchgeführten Aktionärserhebung hat die Südzucker AG rd. 19.000 Aktionäre; 13 % des Kapitals sind in ausländischem Besitz. Die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) vertritt eine Mehrheitsbeteiligung am Gesamtkapital (60,7 % der Stammaktien), daneben halten die Deutsche Bank 10 % (12,9 % der Stammaktien) sowie österreichische Aktionäre über die ZSG (NL) rund 5 % (6,3 % der Stammaktien). Der free float der Südzucker-Aktien beträgt rund ein Drittel.
* Die Zahlen in Klammern betreffen den entsprechenden Vorjahreszeitraum.