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Mannheim, 29.06.2001

Geschäftsbericht 2000/01- Kurzfassung - /Weitere Steigerung der Ertragskraft bei Südzucker

Der Südzucker-Konzern konnte in dem am 28. Februar 2001 beendeten Geschäftsjahr trotz der im Konsumgüterbereich nach wie vor vorhandenen Kaufzurückhaltung den Konzernumsatz um rd. 3 % auf 4.664 (4.517)* Mio. EUR steigern. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 19 % auf 392 (329) Mio. EUR.

Mannheim, 29.06.2001

Geschäftsbericht 2000/01- Kurzfassung - /Weitere Steigerung der Ertragskraft bei Südzucker

Der Südzucker-Konzern konnte in dem am 28. Februar 2001 beendeten Geschäftsjahr trotz der im Konsumgüterbereich nach wie vor vorhandenen Kaufzurückhaltung den Konzernumsatz um rd. 3 % auf 4.664 (4.517)* Mio. EUR steigern. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 19 % auf 392 (329) Mio. EUR.
Der Jahresüberschuss konnte um 21 % auf 209 (174) Mio. EUR gesteigert werden und hat damit die eigene Zielsetzung für das Jahr 2000/01 übertrof-fen. Nach Minderheitenantei-len stieg der Jahresüberschuss um 27 % auf 188 (148) Mio. EUR. Dies führte unter Berücksichti-gung der im letzten Jahr durchgeführten Schütt-aus-hol-zurück-Kapitalerhöhung und der höheren Aktienzahl zu einem Ergebnis je Aktie, das um 25,0 % auf 1,35 EUR/Aktie nach 1,08 EUR/Aktie gesteigert werden konnte.
Konzern 2000/01 1999/2000
Umsatz 4.664 Mio. EUR 4.517 Mio. EUR + 3 %
Operatives Ergebnis 392 Mio. EUR 329 Mio. EUR + 19 %
Operative Marge 8,4 % 7,3 % + 15,1 %
ROCE 12,7 % 11,2 % + 13,4 %
Jahresüberschuss 209 Mio. EUR 174 Mio. EUR + 21 %
Ergebnis je Aktie 1,35 EUR 1,08 EUR + 25 %
Mitarbeiter 28.415 29.579 - 3,9 %
Bilanz und Kapitalflussrechnung
Die Bilanzsumme des Konzerns ist zum 28. Februar 2001 um 5,8 % auf 4.947 (4.677) Mio. EUR gestiegen. Ausschlaggebend waren hierfür höhere Zuckervorräte und kurzfristige Wertpapieranlagen. Das Konzerneigenkapital ist um 84 Mio. EUR auf 1.703 (1.619) Mio. EUR gestiegen, die Eigenkapitalquote blieb mit 34,4 (34,6) % nahezu unverändert. Das Anlagevermögen von 2.387 (2.449) Mio. EUR ist zu 138,3 (127,4) % durch Eigenkapital sowie mittel- und langfristiges Fremdkapital finanziert. Die Nettofinanzschulden verminderten sich um 23 Mio. EUR auf 600 (623) Mio. EUR, sie entsprechen 35,2 (38,5) % des Eigenkapitals.
Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände verminderten sich im Wesentlichen aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen auf Geschäftswerte und von Werksstilllegungen um 47 Mio. EUR auf 2.066 (2.113) Mio. EUR. Dagegen stieg das Working Capital wegen höherer Vorratsbestände und niedrigerer Rückstellungen für Abgaben zur Finanzierung der EU-Marktordnung auf 766 (651) Mio. EUR. Trotz des damit leicht erhöhten gebundenen Kapitals (Capital employed) von insgesamt 2.832 (2.763) Mio. EUR führten die deutlich verbesserten operativen Ergebnisse (abzüglich Geschäftswertabschreibungen) zu einem Anstieg des ROCE (Return on Capital employed) auf 12,7 (11,3) %.
Der gestiegene Jahresüberschuss und die Abschreibungen führten zu einem Anstieg des Cashflow um 26 Mio. EUR auf 498 (472) Mio. EUR. Die Investitionen in Sachanlagen wurden auf 215 (233) Mio. EUR reduziert. Sowohl im Segment Zucker als auch bei Speiseeis/Tiefkühlkost führten Kapazitätsanpassungen zu einem Rückgang der notwendigen Ersatzinvestitionen. Dagegen wurde bei AGRANA Stärke, Orafti und Palatinit die industrielle Basis erweitert, um in diesen wachsenden Märkten die Marktanteile ausbauen zu können.
Für die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 37 (87) Mio. EUR sind der Kauf der österreichischen PrimAS, der Erwerb der polnischen Zuckerfabrik Strzyzow und die Anteilsaufstockung an den slowakischen Zuckerbeteiligungsgesellschaften ausschlaggebend.
Die Gewinnausschüttung des Vorjahres von 145 (77) Mio. EUR war durch die Schütt-aus-hol-zurück-Sonderdividende der Südzucker AG in Höhe von 72 Mio. EUR geprägt. Davon flossen dem Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung 68 Mio. EUR wieder zu.
Die Zunahme der Finanzverbindlichkeiten um 170 Mio. EUR ist auf die im Juni 2000 begebene Anleihe im Volumen von 300 Mio. EUR zurückzuführen. Der Zunahme der Finanzschulden stand eine Erhöhung des Wertpapier- und Finanzmittelbestandes um 213 Mio. EUR gegenüber.
Vorschlag zur Gewinnverwendung
Der Hauptversammlung am 23. August 2001 soll die Ausschüttung einer Bardividende in Höhe von
0,34 EUR je Stamm- bzw. 0,38 EUR je Vorzugsaktie und zusätzlich eine auf 1,00 EUR je Ak-tie erhöhte Sonderdividende vorzuschlagen.
Bezogen auf die aktuellen Börsenkurse steigt im Jubiläumsjahr die Dividendenrendite einschließlich der Steuergutschrift für anrechnungsberechtigte Aktionäre auf rd. 12 %.
Die Bardividende aus der Sonderausschüttung (1,00 EUR je Aktie) soll im Wege einer weiteren Schütt-aus-hol-zurück-Kapitalerhöhung der Gesellschaft wieder zufließen, um das weitere Wachstum der Unter-nehmensgruppe zu finanzieren. Südzucker nutzt mit der Sonderdividende erneut die geänderten steuerli-chen Rahmenbedingungen für eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik.
Mit dem Gewinnverwendungsvorschlag, neben der Normaldividende von 50 Mio. EUR eine Sonderdividende von 143 Mio. EUR auszuschütten, wird die bereits im Vorjahr auf 120 Mio. EUR gestiegene Bardividende auf 193 Mio. EUR angehoben. Die Gesamtausschüttung einschließlich der Steuergutschrift beträgt damit 276 Mio. EUR.
Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien
Der Hauptversammlung am 23. August 2001 soll weiterhin vorgeschlagen werden, die Vorzugsaktien im Ver-hältnis 1:1 in stimmberechtigte Stammaktien umzutauschen. Nach der Umwandlung gewährt dann jede Aktie der Südzucker AG ein Stimmrecht (one share - one vote). Südzucker trägt damit den international üblichen Corporate Governance Standards und Kapitalmarktgepflogenheiten Rechnung.
Darüber hinaus wird sich mit der neuen einheitlichen Kapitalstruktur von 143,0 Mio. Stammaktien anstelle von bisher 111,9 Mio. Stämmen und 31,1 Mio. Vorzügen die Handelsliquidität verbessern. Südzucker geht ferner davon aus, dass das Gewicht der Südzucker AG im MDAX gestärkt wird - auch nach der geplanten Umstellung der Indexgewichtung auf free float ab Mitte 2002.
Bisher werden die stimmberechtigten Stammaktien zu rd. 60 % von der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft, zu 13% von der Deutschen Bank AG sowie zu 6 % von österreichischen Aktionären - zusammen 79 % - gehalten. Nach der Umstellung beträgt der rechnerische Anteil dieser Aktionärsgruppen am Gesamtkapital dann zusammen 66 %, so dass sich der Streubesitz-Anteil auf 34 % erhöht.
Die neue, für alle Aktionäre einheitliche Dividende für das Geschäftsjahr 2001/02 wird sich am Niveau der bisherigen höheren Vorzugsdividende orientieren.
Kerngeschäft Zucker trägt den guten Abschluss
Der Jahresabschluss 2000/01 wurde von der positiven Entwicklung im Segment Zucker/Süßungsmittel geprägt. Bei einer Steigerung der Umsatzerlöse um 5 % auf 2.973 (2.830) Mio. EUR verbesserte sich das operative Ergebnis um 29 % auf 351 (271) Mio. EUR; die operative Marge erhöhte sich auf 11,8 (9,6) %. Damit ist es gelungen, trotz der Rücknahme der Quotenzuckererzeugung, durch ein Wachstum in den Bereichen Osteuropa, Functional Food und Portionspackungen einen erfreulichen Umsatz- und Ergebnisanstieg zu erreichen. Gestützt wurde diese Entwicklung durch die im Verlauf des Jahres 2000 gestiegenen Preise am Weltzuckermarkt und den Rückgang der EU-Abgaben. Der Zuckeraustauschstoff Isomalt erzielte ein Absatzplus von 12 %, die Functional-Food-Produkte Raftiline® und Raftilose® konnten um 40 % zulegen. Die im Kleinpackungsgeschäft für Gastronomie und Großverbraucher tätige Portion Pack-Gruppe hat die Expansion in Europa fortgesetzt. Aber auch die Zuckergesellschaften in Osteuropa konnten auf den sich konsolidierenden Inlandsmärkten deutlich bessere Ergebnisse erwirtschaften. Damit bestätigen sich die positiven Erwartungen an die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Osteuropa-Aktivitäten der Südzucker-Gruppe.
Geschäftsentwicklung im Segment Zucker/Süßungsmittel
2000/01 1999/2000
Umsatz 2.973 Mio. EUR 2.830 Mio. EUR
Operatives Ergebnis 351 Mio. EUR 271 Mio. EUR
Operative Marge 11,8 % 9,6 %
ROCE 17,5 % 14,1 %
Mitarbeiter im Geschäftsjahresdurchschnitt 12.841 13.121
Enttäuschende Eissaison
Das Segment Speiseeis/Tiefkühlkost litt unter dem Rückgang des Speiseeisabsatzes im zweiten Halbjahr 2000 aufgrund der auch im langjährigen Vergleich äußerst ungünstigen Witterung in den Hauptabsatzmonaten Juli und August. Dennoch ist es gelungen, den Umsatz mit 1.692 (1.687) Mio. EUR zu halten, wogegen das operative Ergebnis auf 41 (58) Mio. EUR zurückging. Im Speiseeisbereich konnten die Umsatzrückgänge in Deutschland durch die Zuwächse in Westeuropa und die Stabilisierung in Osteuropa nicht ausgeglichen werden. Bei den Eismann-Heimdienst-Gesellschaften führten neben den schwierigen Marktverhältnissen die zunehmende Wettbewerbsintensität im Tiefkühlkostmarkt sowie durch die "Scheinselbständigkeitsdebatte" ausgelösten organisatorische Änderungen im Eismann-Vertrieb zu Umsatzeinbußen. Der im Tiefkühlpizza und -pasta-Geschäft tätigen Freiberger-Gruppe ist es gelungen, ein deutliches Wachstum zu erreichen. Insbesondere durch ein verstärktes Geschäft im europäischen Ausland konnte der Umsatz um 16 % gesteigert werden.
Geschäftsentwicklung im Segment Speiseeis/Tiefkühlkost
2000/01 1999/2000
Umsatz 1.692 Mio. EUR 1.687 Mio. EUR
Operatives Ergebnis 41 Mio. EUR 58 Mio. EUR
Operative Marge 2,4 % 3,4 %
ROCE 2,9 % 5,6 %
Mitarbeiter im Geschäftsjahresdurchschnitt 15.574 16.458
Restrukturierung und Sondereinflüsse
Im Segment Speiseeis/Tiefkühlkost wurden weitere Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt, die zusammen mit anderen Faktoren zu einmaligen Aufwendungen von 18 Mio. EUR führten. Einschließlich der Aufwendungen für die Stilllegung der Zuckerfabriken Delitzsch, Löbau und Zeil erreichten die Restrukturierungsaufwendungen 43 (16) Mio. EUR.
Breites Votum für die Fortsetzung der Zuckermarktordnung
Am 22. Mai d. J. haben sich die Agrarminister der EU - unterstützt durch ein klares Votum des EU-Parlaments - im Grundsatz auf eine Verlängerung der Zuckermarktordnung um fünf Jahre geeinigt. Mit diesem Beschluss wurde den Rübenanbauern und Zuckererzeugern in der EU ein klares Signal für die kommenden Jahre gegeben. Trotz der vom Rat beschlossenen Abschaffung des Lagerkostenausgleichssystems bleibt die Basis für eine nachhaltige Sicherung der Rüben- und Zuckererzeugung am Standort Europa weiterhin gegeben. Auch verfügen die beitrittwilligen Länder in Mittel- und Osteuropa mit der Fortsetzung der Marktordnung bis 2006 über die für sie dringend notwendige Planungsgrundlage.
Ausblick
Im Segment Zucker/Süßungsmittel gehen wir davon aus, dass es uns gelingen wird, das gute operative Ergebnis des Vorjahres nochmals zu übertreffen. Gestützt wird diese Erwartung durch die stabile Entwicklung am Weltmarkt für Zucker, die weitere Konsolidierung unserer Zuckeraktivitäten in Osteuropa und das deutliche Wachstum in den Bereichen Palatinit, Orafti und Spezialitäten. Belastungen ergeben sich aus dem starken Anstieg der Energiepreise.
Im Segment Speiseeis Tiefkühlkost rechnen wir nach einem im Frühjahr 2001 schleppend angelaufenen Eisgeschäft aufgrund der erfolgreich durchgeführten Struktur- und Rationalisierungsmaßnahmen mit einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses.
Im Südzucker-Konzern erwarteten wir im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 aufgrund der positiven Entwicklung in beiden Segmenten einen weiteren Anstieg des operativen Ergebnisses. Der Jahresüberschuss wird sich - trotz höherer Steuerquote - aufgrund des geringeren Restrukturierungsaufwandes deutlich erhöhen.