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Mannheim, 31.07.2003

Südzucker steigt bei Bioethanol ein

Die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt hat anlässlich ihrer Hauptversammlung am 31. Juli 2003 in Mannheim den Einstieg in die Herstellung von Bioethanol bekannt gegeben. Mit Investitionen in Höhe von rd. 160 Mio. Euro wird eine Produktionsanlage für die Herstellung von jährlich 260 Mio. Liter Bioethanol im Verbund mit der bestehenden Zuckerfabrik in Zeitz errichtet.

Mannheim, 31.07.2003

Südzucker steigt bei Bioethanol ein

Die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt hat anlässlich ihrer Hauptversammlung am 31. Juli 2003 in Mannheim den Einstieg in die Herstellung von Bioethanol bekannt gegeben. Mit Investitionen in Höhe von rd. 160 Mio. Euro wird eine Produktionsanlage für die Herstellung von jährlich 260 Mio. Liter Bioethanol im Verbund mit der bestehenden Zuckerfabrik in Zeitz errichtet. Die Südzucker-Gruppe verfügt über das entsprechende produktionstechnische Know-how und durch Saint Louis Sucre auch über Erfahrungen in der Vermarktung.
In Deutschland haben Bundesrat und Bundestag eine Änderung des Mineralölsteuergesetzes verabschiedet, die nun die Steuerbefreiung auch auf Bioethanol als direkten Kraftstoffzusatz und als Bestandteil von ETBE ausdehnt. Damit ist die Grundlage für eine wirtschaftliche Markteinführung von Bioethanol gegeben.
Aufgrund der bisherigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eine Mineralölsteuerbefreiung nur für reine Biokraftstoffe, wie z. B. Rapsmethylester vorsahen, konnte sich für Bioethanol in Deutschland kein Markt und auch keine entsprechende Infrastruktur entwickeln. Die in Deutschland gängigen Otto-Motoren sind - anders als z. B. die Motoren in Brasilien - nicht für den Betrieb mit reinem Bioethanol geeignet. Die in der EU geltende Norm für Ottokraftstoffe ermöglicht jedoch bereits die Beimischung von bis zu 5 % Bioethanol als direkten Benzinzusatz (E-5); diese Norm erlaubt ebenfalls die Verwendung von bis zu 15 % des auf Basis von Ethanol hergestellten Oktanverbesserers ETBE, der bereits heute in Frankreich in großem Umfang eingesetzt wird.
Infolge der Kostenvorteile ist zurzeit die Verwendung von Weizen als Rohstoff vorgesehen. Die Anlage wird jedoch technisch so ausgelegt, dass - je nach Marktlage - auch andere Getreidesorten und Zucker aus Rüben verarbeitet werden können.
Neues Geschäftsfeld: Fruchtzubereitungen
Auf der Hauptversammlung wurde den Aktionären ein weiteres neues Geschäftsfeld (Fruchtzubereitungen) vorgestellt. AGRANA wird in den Bereich Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate investieren, ein wachsendes Segment im Bereich Ingredients, der zu den erklärten Wachstumsfeldern der Südzucker-Gruppe zählt. Es werden natürliche landwirtschaftliche Rohstoffe zu hochwertigen Produkten - hier zu industriellen Zwischenprodukten - veredelt. AGRANA hat in diesem Zusammenhang die dänische Vallø-Saft A/S - einen europaweit bedeutenden Anbieter im Bereich Fruchtsaftkonzentrate - erworben, die mit Produktionsstätten in Dänemark und Polen einen Umsatz von knapp 40 Mio. Euro erwirtschaftet. Darüber hinaus hat AGRANA eine Beteiligung an der österreichischen Steirerobst AG erworben und beabsichtigt, dieses Engagement zu einer Mehrheitsposition auszubauen. Die Steirerobst AG erwirtschaftet in 5 Produktionsstätten in Österreich und Osteuropa einen Umsatz von rd. 90 Mio. Euro. Ziel ist es, beide Unternehmen zusammenzuführen und im Bereich Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate - auch durch weitere Zukäufe - eine europaweit führende Position zu erreichen.
Südzucker bestätigt Prognose für 2003/04
Zur Ergebnisentwicklung bestätigte Südzucker die positiven Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2003/04. Man werde das hervorragende operative Ergebnis des letzten Geschäftsjahres nicht ganz erreichen. Dieser Rückgang wird durch das verbesserte Restrukturierungsergebnis in etwa ausgeglichen. Die erwartete Entlastung bei den Goodwill-Abschreibungen wird trotz der Normalisierung der im Vorjahr von positiven Einmal-Effekten geprägten Steuerquote zu einem Anstieg des Jahresüberschusses führen. Trotz der in einzelnen Regionen extremen Trockenheit erwartet die Südzucker-Gruppe insgesamt eine Rübenernte und Zuckererzeugung auf Vorjahresniveau. Südzucker profitiert damit von der breiten Streuung der Anbaugebiete in Europa; regionale Schwankungen werden weitgehend kompensiert. Südzucker verfügt über eine hervorragende strategische Ausgangsbasis, um die Position als europäischer Marktführer im Segment Zucker zu festigen und - sofern möglich - weiter auszubauen. Auch nach weltweiten Maßstäben ist die Südzucker-Gruppe mit einer Zuckererzeugung von rd. 5 Mio. Tonnen das führende Unternehmen. Zudem will Südzucker eine Expansion des Zucker-Geschäftes über die Grenzen Europas hinaus nicht aus den Augen verlieren.
Mannheim, 31. Juli 2003
Den vollständigen Text der Rede des Vorstandssprechers finden Sie in den Bereichen Investor Relations und Download.