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Mannheim, 25.05.2005:

Reformvorschläge zur Zuckermarktordnung schießen über das Ziel hinaus

Nach den in der letzten Woche bekannt gewordenen Plänen zur Reform der Zuckermarktordnung will die Europäische Kommission unter Erfüllung der internationalen Verpflichtungen den EU-Zuckermarkt neu ordnen und die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors erhöhen.

Mannheim, 25.05.2005

Reformvorschläge zur Zuckermarktordnung schießen über das Ziel hinaus

Nach den in der letzten Woche bekannt gewordenen Plänen zur Reform der Zuckermarktordnung will die Europäische Kommission unter Erfüllung der internationalen Verpflichtungen den EU-Zuckermarkt neu ordnen und die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors erhöhen. Die neu zu verabschiedende Marktordnung soll bis zum Jahr 2014/15 gelten und damit eine nachhaltige Perspektive für den europäischen Standort bieten. Zur Umsetzung dieser Zielsetzung schlägt die Kommission ein Programm zum Aufkauf von Zuckerquoten aus dem Markt auf freiwilliger Basis (Restrukturierungsfonds), die Umwandlung von C-Zucker in Quoten sowie drastische Preissenkungen vor. Demnach sollen die Zuckerreferenzpreise in zwei Schritten um insgesamt 39 % auf 385,50 EUR/t Zucker gekürzt werden. Die Preissenkung soll teilweise dazu genutzt werden, um den Aufkauf der Quoten zu finanzieren.
Südzucker unterstützt die grundsätzliche Ausrichtung des Vorschlags, weil er einen verlässlichen Rahmen bis 2014/15 vorzeichnet. Südzucker fordert die Kommission jedoch auf, einen möglichst großen Teil der europäischen Zuckererzeugung aus Rübe zu erhalten. Hierzu gehört eine konsequente Einbindung aller Importe in das Quotensystem der Zuckermarktordnung, ein ausreichender Außenschutz sowie die Verständigung mit der Welthandelsorganisation (WTO) auf eine Neudefinition der zulässigen Exportmengen. Der Restrukturierungsfonds sollte - wie von der Kommission vorgeschlagen - angemessene Entschädigungen anbieten, um durch den Aufkauf aller dann noch vorhandenen Produktionsüberschüsse ein nachhaltiges Marktgleichgewicht auf dem EU-Zuckermarkt sicher zu stellen.
Die vorgesehenen Preiskürzungen halten wir für weit überzogen. Eine weniger drastische Preisreduktion käme auch den Forderungen des EU Parlaments, zahlreicher Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie den betroffenen Entwicklungsländern entgegen. In einem gemeinsamen Brief an die Agrarkommissarin hatten die Agrarminister aus zehn Mitgliedstaaten schon im November letzten Jahres die von der Kommission avisierte Zuckerpreissenkung in Höhe von damals 33 % strikt abgelehnt.
Südzucker hat sich bei dem Ausbau der Aktivitäten im Zuckersegment auf die wettbewerbsfähigen Kernregionen Europas konzentriert und damit rechtzeitig einen zukunftsweisenden Weg eingeschlagen. Wir werden die einzelnen Elemente und insbesondere die neuen Instrumente der künftigen Zuckermarktordnung sorgfältig prüfen und die notwendigen Anpassungsmaßnahmen vornehmen, um das Ertragsniveau des Zuckersegments zu verteidigen.