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Mannheim, 25.05.2005

Bioethanol

In Deutschland trat Anfang 2004 eine Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe - auch in Kraftstoffmischungen - für den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2009 in Kraft. Damit wurden die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines Marktes für biogene Kraftstoffe geschaffen.

Mannheim, 25.05.2005

Bioethanol

In Deutschland trat Anfang 2004 eine Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe - auch in Kraftstoffmischungen - für den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2009 in Kraft. Damit wurden die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines Marktes für biogene Kraftstoffe geschaffen.
Hierauf aufbauend hat Südzucker die Bioethanol-Aktivitäten der Gruppe, die sich bislang auf eine der Zuckerfabrik Eppeville in Frankreich angegliederte Anlage sowie ein Joint Venture in Ungarn stützten, deutlich erweitert. Anfang Februar 2004 wurde der Grundstein zur Errichtung einer in Konzeption und Dimension neuartigen Anlage in Zeitz, Sachsen-Anhalt, gelegt. Produktion und Vermarktung der Produkte erfolgt über die Südzucker Bioethanol GmbH unter der neuen Dachmarke CropEnergies. Die Anlage, die auf eine jährliche Verarbeitungsleistung von 700.000 t Weizen ausgelegt ist, wird ihre volle Tageskapazität von rd. 760 m³ Bioethanol im Herbst 2005 erreichen und kann jährlich über 260.000 m³ Ethanol zur Vermarktung an die Mineralöl- und petrochemische Industrie erzeugen. Darüber hinaus werden rd. 260.000 t des hochwertigen Eiweißfuttermittels DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles) produziert, das unter dem Markennamen ProtiGrain® vorwiegend an die Mischfutterindustrie abgesetzt wird. Zusätzlich werden jährlich rd. 30.000 MWh Strom in das öffentliche Netz eingespeist.
Der Markt entwickelt sich positiv. Südzucker geht davon aus, im laufenden Geschäftsjahr den geplanten Absatz zu erreichen, da zahlreiche Anlagen zur Herstellung des Methanol-basierten Kraftstoffadditivs MTBE auf das Ethanol-basierte ETBE umgestellt werden. Darüber hinaus beginnt die Mineralölwirtschaft, Kraftstoffe mit beigemischtem Ethanol anzubieten.
Der Markt für Energie aus nachwachsenden Rohstoffen wird in den nächsten Jahren auch europaweit deutlich wachsen. Die EU hat im Rahmen der mit dem Kyoto-Protokoll eingegangenen Verpflichtung, die Treibhausgase zu reduzieren, alle Mitgliedsländer zu entsprechenden Maßnahmen aufgefordert. Ziel der EU-Biokraftstoff-Richtlinie ist, den Anteil von Biokraftstoffen am Kraftstoffverbrauch bis zum Jahr 2010 auf 5,75 % zu steigern. Das entspricht einem EU-Marktvolumen für Bioethanol als Kraftstoffkomponente von 8 bis 10 Mio. m³. Weiterhin wird im Grünbuch der Kommission »Hin zu einer europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit« das Ziel einer 20%igen Substitution konventioneller Kraftstoffe durch alternative Kraftstoffe im Bereich des Straßenverkehrs bis 2020 festgelegt.
Auch außerhalb Deutschlands verändern sich daher die Rahmenbedingungen für die Produktion von Bioethanol. So wurde in Österreich eine Beimischungsverordnung erlassen, mit der die Mineralölindustrie verpflichtet wird, ab Oktober 2005 bzw. 2008 dem Benzin 2,5 % bzw. 5,75 % Biokraftstoffe beizumischen. Eine Novelle des Mineralölsteuergesetzes beinhaltet ab Oktober 2007 eine Steuerbegünstigung, wenn mindestens 4,4 % Biotreibstoff beigemischt werden. Vor diesem Hintergrund erfolgt in Österreich der Einstieg in die Bioethanol-Produktion über AGRANA. Auch in Frankreich, Belgien und Ungarn verfolgt Südzucker die Entwicklung.
Rohstoffe für die Bioethanolproduktion
Bioethanol wird aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen gewonnen. Zuckerhaltige Pflanzen sind insbesondere die Zuckerrübe und das Zuckerrohr. Stärkereiche Pflanzen sind alle Getreidearten (z. B. Weizen, Gerste, Roggen, Triticale), Mais, Hirse und Kartoffeln.
Die Auswahl der Pflanzen zur Bioethanolproduktion richtet sich nach deren regionaler Verfügbarkeit, Preiswürdigkeit und der Verwertung der nicht zucker- oder stärkehaltigen Pflanzenteile:
  • In Teilen Brasiliens und anderen tropischen Regionen der Welt wird Bioethanol aus Zuckerrohr gewonnen.
  • Nordamerika ist eine sehr bedeutende Erzeugungsregion für Bioethanol aus Mais.
  • In Mitteleuropa bieten insbesondere die einheimischen Getreidearten und Zucker aus Rüben die günstigste Produktionsgrundlage.
Die Bioethanolgewinnung aus Hemizellulose und Zellulose, wie sie in Stroh oder Holz vorkommen, ist sehr aufwändig und befindet sich in der Erprobung.
Produktionsverfahren Bioethanol
Bioethanol wird durch die Fermentation zucker- und stärkehaltiger Pflanzen gewonnen. Der Hauptrohstoff, aus dem in unserer Anlage Bioethanol gewonnen wird, ist Weizen.
Neben Weizen können auch Zwischenprodukte aus der Zuckergewinnung oder andere Getreidearten eingesetzt werden.
Produktionsschritte bei der Bioethanolgewinnung aus Weizen:
  • Vermahlung
  • Verzuckerung mit Enzymen
  • Fermentation mit Hefe
  • Destillation
  • Rektifikation