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Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation in Waghäusel

1837
Gründung der Zuckerfabrik Waghäusel unter dem Namen "Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation". Als erste Direktionsmitglieder wurden Friedrich Freiherr von Ellrichshausen, Franz Josef Monnè, Friedrich August Walchner, Louis von Haber gewählt.
1847
Gründung eines Kranken- und Unterstützungsvereins, hieraus entwickelte sich die heutige Südzucker Betriebskrankenkasse.
1847/48
Bedingt durch den Zusammenbruch des Bankhauses Haber geriet die Wirtschaft Badens stark ins Schwanken. Über Nacht waren die drei größten Industrieunternehmen, die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation in Waghäusel, die Maschinenfabrik Keßler in Karlsruhe und die Spinnerei und Weberei Ettlingen zahlungsunfähig. Nur durch ein staatliches Eingreifen konnten sie gerettet werden. So wurde nach hitzigen Diskussionen im Badischen Landtag beschlossen, die Unternehmen durch die Gewährung staatlich verbürgter Obligationen zu unterstützen. Dies ging als „Drei-Fabriken-Frage“ in die Geschichtsbücher ein.
21. Juni 1949
In der Schlacht bei Waghäusel wurde die Fabrik zum Revolutionsschauplatz. So trafen dort das badische Freiheitsheer und preußische Invasionstruppen aufeinander. Den badischen Freiheitskämpfern gelang es zunächst, die Preußen aus der Zuckerfabrik Richtung Rhein zurückzuschlagen. Doch taktisches Fehlverhalten führte dazu, dass fast 15.000 Freiheitskämpfer in chaotischer Auflösung nach Heidelberg flüchteten, weil sie der irrtümlichen Meinung waren, die Preußen seien im Begriff sie zu umzingeln. Der anfängliche Sieg wurde zum Anfang der endgültigen Niederlage des badischen Freiheitsheeres.
1. September 1850
Die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation ist Gründungsmitglied des Vereins für die Rübenzuckerindustrie im Zollverein.
1855/56
Gründung einer Pensionskasse
1859
Brand der Raffinerie
1863/64 bis 1879
Umstellung vom Schuzenbach´schen Trockenverfahren auf Grünverfahren (Maceration) als letzte Zuckerfabrik auf deutschem Boden.
1870
Durch den Bau der Bahnlinie Mannheim-Graben, bekommt die Fabrik einen direkten Bahnanschluss.
1. September 1873
Die „Badische Gesellschaft für Zuckerproduktion“ übernimmt die „Württembergische Gesellschaft für Zuckerfabrikation“ mit ihren Fabriken Züttlingen und Altshausen.
1910
Am 24. Oktober besucht Großherzog Friedrich II. von Baden die Zuckerfabrik
1920
Bildung einer Interessensgemeinschaft mit der Zuckerfabrik Frankenthal vertragliche Bindung aneinander für 50 Jahre;
Die Zuckerfabriken Stuttgart, Offstein und Heilbronn treten im selben Jahr bei
1926
Die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation mit ihren Werken Waghäusel und Züttlingen geht in der neugegründeten Süddeutschen Zucker-Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Mannheim auf.
1944
Trotz Bombardierung bleibt Waghäusel während des gesamten Krieges betriebsbereit.
1967
Verarbeitungskapazität wird auf 5.500 Tonnen Rüben pro Tag ausgebaut.
Dieser Schritt geht einher mit der Schließung der Werke Stuttgart, Heilbronn und Züttlingen sowie dem Neubau des Werkes Offenau im Rahmen des „Strukturplans ´71“.
1986
Einsparungen im Energiebereich von 30 % sowie die Senkung der Tagesverarbeitungskapazität auf 5.000 t sollen eine Schließung des Werkes verhindern.
1995
Nach Ende der Kampagne wird das Werk Waghäusel geschlossen.
Weiterführende Literatur:
150 Jahre Werk Waghäusel 1837-1987
100 Jahre Zuckerfabrik Waghäusel 1837-1937
Manfred Pohl; Die Geschichte der Südzucker AG ; S. 51 bis 65
Bildnachweis:
Eckert und Pflug Werksansicht/ Palais Haber:
Anfrage Abbildungsrechte bei StA Karlsruhe