zum Inhalt springen

zur Navigation springen


Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation in Waghäusel

Im Überblick

NameBadische Gesellschaft für Zuckerfabrikation
Gründung20. März 1837
Stilllegung Nach Ende der Kampagne 1995
GründerSebastian Schuzenbach, Bankhaus von Haber in Karlsruhe
Gesellschaftsform AG
1837
Gründung der Zuckerfabrik Waghäusel unter dem Namen "Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation". Als erste Direktionsmitglieder werden Friedrich Freiherr von Ellrichshausen, Franz Josef Mone (Quelle: Wikipedia), Friedrich August Walchner (Quelle: Wikipedia), Louis Haber von Linsberg (Quelle: Wien Geschichte Wiki) gewählt.
1847
Gründung eines Kranken- und Unterstützungsvereins, hieraus entwickelt sich die heutige Südzucker Betriebskrankenkasse.
1847/48
Bedingt durch den Zusammenbruch des Bankhauses Haber gerät die Wirtschaft Badens stark ins Schwanken. Über Nacht sind die drei größten Industrieunternehmen, die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation in Waghäusel, die Maschinenfabrik Keßler in Karlsruhe und die Spinnerei und Weberei Ettlingen zahlungsunfähig. Nur durch ein staatliches Eingreifen können sie gerettet werden. So wird nach hitzigen Diskussionen im Badischen Landtag beschlossen, die Unternehmen durch die Gewährung staatlich verbürgter Obligationen zu unterstützen. Dies geht als "Drei-Fabriken-Frage" in die Geschichtsbücher ein.
21. Juni 1849
In der Schlacht bei Waghäusel wird die Fabrik zum Revolutionsschauplatz. So treffen dort das badische Freiheitsheer und preußische Invasionstruppen aufeinander. Den badischen Freiheitskämpfern gelingt es zunächst, die Preußen aus der Zuckerfabrik Richtung Rhein zurückzuschlagen. Doch taktisches Fehlverhalten führt dazu, dass fast 15.000 Freiheitskämpfer in chaotischer Auflösung nach Heidelberg flüchten, weil sie der irrtümlichen Meinung sind, die Preußen seien im Begriff sie zu umzingeln. Der anfängliche Sieg wird zum Anfang der endgültigen Niederlage des badischen Freiheitsheeres.
1850
Die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation ist Gründungsmitglied des Vereins für die Rübenzuckerindustrie im Zollverein.
1855/56
Gründung einer Pensionskasse.
1859
Brand der Raffinerie.
1863/64 bis 1879
Umstellung vom Schuzenbach'schen Trockenverfahren auf Grünverfahren (Maceration) als letzte Zuckerfabrik auf deutschem Boden.
1870
Durch den Bau der Bahnlinie Mannheim-Graben bekommt die Fabrik einen direkten Bahnanschluss.
1873
Die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation übernimmt die Württembergische Gesellschaft für Zuckerfabrikation mit ihren Fabriken Züttlingen und Altshausen.
1910
Am 24. Oktober besucht Großherzog Friedrich II. von Baden die Zuckerfabrik.
1920
Bildung einer Interessengemeinschaft mit der Zuckerfabrik Frankenthal mit vertraglicher Bindung aneinander für 50 Jahre.
Die Zuckerfabriken Stuttgart, Offstein und Heilbronn treten im selben Jahr bei.
1926
Die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation mit ihren Werken Waghäusel und Züttlingen geht in der neu gegründeten Süddeutschen Zucker-Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Mannheim auf.
1944
Trotz Bombardierung bleibt Waghäusel während des gesamten Krieges betriebsbereit.
1967
Die Verarbeitungskapazität wird auf 5.500 Tonnen Rüben pro Tag ausgebaut.
Dieser Schritt geht einher mit der Schließung der Werke Stuttgart, Heilbronn und Züttlingen sowie dem Neubau des Werkes Offenau im Rahmen des "Strukturplans '71".
1986
Einsparungen im Energiebereich von 30 % sowie die Senkung der Tagesverarbeitungskapazität auf 5.000 Tonnen verhindern eine Schließung des Werkes.
1995
Nach Ende der Kampagne wird das Werk Waghäusel geschlossen.
Weiterführende Literatur:
150 Jahre Werk Waghäusel 1837-1987
100 Jahre Zuckerfabrik Waghäusel 1837-1937
Manfred Pohl; Die Geschichte der Südzucker AG ; S. 51 bis 65
Bildnachweis:
Eckert und Pflug Werksansicht/ Palais Haber:
Anfrage Abbildungsrechte bei StA Karlsruhe