zum Inhalt springen

zur Navigation springen

Zucker

Zuckergewinnung

Seit über 200 Jahren werden in Deutschland Zuckerrüben angebaut und daraus Zucker gewonnen. Seither hat sich vieles verändert: So mussten zum Beispiel 1836 noch 20 Kilogramm Rüben verarbeitet werden, um ein Kilogramm Zucker zu gewinnen - heute braucht man dafür nur noch sieben Kilogramm.

Von der Rübe zum Zucker

Würde man die Zeit messen, bis aus der Rübe, die frisch vom Feld in die Fabrik geliefert wird, weiß schimmernde Zuckerkristalle geworden sind, käme man auf ein überraschendes Ergebnis: Es sind durchschnittlich weniger als acht Stunden.

Vom Feld bis in die Zuckerpackung: die Stationen der Zuckergewinnung

Mit der Rübenernte im September beginnt die so genannte Kampagne. Von jeder angelieferten Fuhre Zuckerrüben werden Proben genommen und auf Zuckergehalt und weitere wichtige Inhaltsstoffe untersucht. Zudem wird festgestellt, wie viel Ackererde den Rüben anhaftet. Nach dieser Analyse richten sich auch der Preis der Rüben und die Anbauberatung. Durch Abkippen oder einen Wasserstrahl werden die Rüben entladen und nach gründlichem Waschen direkt in zur Verarbeitung oder in das Lager befördert.
Saftgewinnung
Die Rüben werden zu Schnitzeln zerkleinert, in der Schnitzelmaische vorgewärmt und in den Extraktionsturm befördert. In 70 Grad Celsius heißem Wasser löst sich der Zucker aus den Rübenzellen - es entsteht der Rohsaft. Die ausgelaugten Rübenschnitzel werden durch Pressen und Heißluft getrocknet.
Saftreinigung
Im Kalkofen werden die natürlichen Stoffe Kalk und Kohlensäure gewonnen, die dem Rohsaft nacheinender zugesetzt werden, um die Nichtzuckerstoffe zu binden und auszufällen. Was übrig bleibt, ist klarer Dünnsaft mit rund 16 Prozent Zuckergehalt.
Safteindampfung
Der Dünnsaft wird in mehreren Stufen durch Erhitzen eingedickt, bis ein goldbrauner Dicksaft mit rund 67 Prozent Zuckergehalt entsteht.
Kristallisation
Der Dicksaft wird "gekocht", bis sich Kristalle bilden. Sie leuchten goldgelb, weil sie mit Sirup überzogen sind. Durch das Schleudern in Zentrifugen trennt sich der Sirup von den Kristallen. Die letzten Sirupreste werden mit heißem Wasser weggespült. Was dann zurückbleibt, sind die glasklaren Zuckerkristalle, in denen sich das Licht schneeweiß bricht. Weitere Kristallisationsschritte folgen. Durch Auflösen der dabei gewonnenen Zucker entsteht die Raffinade: Zucker von höchster Reinheit.
Weiterverarbeitung
Der fertige Zucker wird getrocknet, gekühlt und in Zuckersilos gelagert. Aus den Silos wird der Zucker entnommen und weiterverarbeitet bzw. abgepackt. Über 80 Prozent des Zuckers werden zur Herstellung von Süßwaren, Getränken, Backwaren etc. an die weiterverarbeitende Industrie geliefert. Knapp 20 Prozent des Zuckers werden zu den verschiedenen Sorten des Haushaltszuckersortiments weiterverarbeitet und abgepackt.

Wiederverwertung

Die bei der Zuckergewinnung anfallenden Nebenprodukte werden in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt: Die gepressten Rübenschnitzel werden an das Vieh verfüttert, Melasse zur Anreicherung von Schnitzeln, für die Hefe- oder Mischfutterindustrie verwendet. Carbokalk, der bei der Saftreinigung anfällt ist ein ausgezeichneter Dünger. Die abgewaschene Erde wird aufbereitet.
Zum Betrachten von PDF-Dokumenten benötigen Sie den Acrobat Reader, den Sie bei Adobe kostenlos herunterladen können.