Südzucker Werk Warburg

Werk Warburg

Überblick Gründung 1882
Schließung 2020

Anfahrt

Bahnhofstraße 80
34414 Warburg
Telefon: +49 5641 94-0


Geschichte des Werks

Ab 1872

Landwirte sehen sich durch die nordamerikanische Konkurrenz - vor allem im Bereich Körnerfruchtbau - bedroht. Es werden vermehrt Stimmen laut, die zum Zuckerrübenanbau in der Region aufrufen.

21. November 1882

„Statut für die Gründung und Betreibung der Zuckerfabrik Warburg“ durch Warburger Landwirte, die sich genossenschaftlich organisieren. Das Aktienkapital beträgt 496.500 Mark. Es werden 311 Aktien ausgegeben, die zum Anbau von Zuckerrüben verpflichten. Die Rübenanbaupflicht beträgt 1.665 Morgen.

3. Juli 1883

Eintragung der Genossenschaft ins Handelsregister.

25. August 1883

Grundsteinlegung durch den Gutspächter Julius Recknagel aus Wormeln und den Bauunternehmer Liebold.

Es wird eine Blechkapsel mit Urkunden in das Fundament der Zuckerfabrik gelegt.

1884

Die erste Rübenkampagne der Fabrik Warburg beginnt.

1914-1918

Während des Ersten Weltkriegs wird die Beschaffung der Ressourcen immer schwieriger und an Arbeitskräften für den Betrieb stehen fast nur noch Invalide und Kriegsgefangene zur Verfügung.

1. April 1920

Inkrafttreten des revidierten Gesellschaftsstatuts: Es besteht für Aktionäre keine Anbaupflicht mehr.

1922 und 1923

Inflationsbedingt wird das Aktienkapital zweimal erhöht.

1926

Konkurs der Brakeler Zuckerfabrik: Die Warburger Zuckerfabrik übernimmt nahezu alle Rüben.

7. Dezember 1928

Brand im Trockenschnitzellager. Die Fabrik muss vorerst stillgelegt werden, die unverarbeiteten Rüben werden von der Zuckerfabrik Lage übernommen. Im Herbst des Folgejahres ist die Zuckerfabrik wieder arbeitsfähig.

1931

Gründung der „Wirtschaftlichen Vereinigung der Deutschen Zuckerindustrie“. Kontingentierung der Zucker-Grunderzeugungsrechte für jede einzelne Fabrik auf die Dauer von fünf Jahren.

1939-1945

Während des Zweiten Weltkriegs herrscht Arbeitskräftemangel, es werden Kriegsgefangene eingesetzt.

4. April 1945

Einmarsch der Siegermächte in Warburg. Zuckerfabrik und Werkswohnungen müssen geräumt und dürfen nicht mehr betreten werden. Einrichtung eines Armeedepots.

1948-1959

Cuba-Kampagnen: Zusätzlich wird auch Rohzucker aus Deutschland und Belgien verarbeitet.

1950-1957

Produktion von Fondantmasse.

1956

Infolge von starken Niederschlägen kommt es zu Überschwemmungen, ein Großteil der Rübenernte kann nicht eingebracht werden. Im Folgejahr geht der Rübenanbau zurück und es werden ab 1957 dänische Rüben angekauft.

1977-1993

Zugehörigkeit zur Vereinigten Zucker Aktiengesellschaft Obernjesa-Wabern-Warburg. 1993 verschmilzt diese mit der Südzucker AG.

Nach der Kampagne 1980

Erstmalige Produktion von braunem Zucker.

1998

Wiederaufnahme der Verarbeitung von Biorüben in Warburg nach 1993. Es werden Rüben von 450 Hektar zu Zucker verarbeitet. Nach der Kampagne wird die Biozuckerproduktion jedoch erneut eingestellt. 2002 wird entschieden, die Produktion von Biozucker in Warburg wiederaufzunehmen. Ab diesem Anbaujahr steht erstmals ökologisch vermehrtes Saatgut zur Verfügung.

Seit 2005

Produktion der Sondersorte Brillant Decor.

Seit 2010

Südzucker ist alleiniger Produzent von Biozucker in Deutschland.

2019/20

Letzte Zuckerrübenkampagne in Warburg.