Südzucker Werk Zeitz

Werk Zeitz

Überblick Zuckerfabrik In Betrieb seit 1858, Neubau 1993
Jährliche Produktionsmenge 220.000 bis 270.000 Tonnen Zucker
Rohstofflieferanten rund 800 Landwirte
Anzahl Mitarbeiter rund 200
Überblick Weizenstärkeanlage In Betrieb seit 2016
Jährliche Produktionsmenge 150.000 Tonnen Glukosesirup
Rohstofflieferanten rund 20
Anzahl Mitarbeiter rund 100

Anfahrt

Albrechtstraße 54
06712 Zeitz
Telefon: +49 3441 899-301

Über das Werk

In Zeitz gewinnt man Zucker aus Rüben seit über 150 Jahren. Damit zählt die Stadt zu den traditionsreichsten Plätzen der deutschen Zuckerindustrie. Das 1993 an Stelle des seit 1858 bestehenden Betriebes neu errichtete Werk Zeitz ist einer der großen Zuckerfabrikneubauten, die nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern erstellt wurden.

Während der Rübenkampagne von September bis Januar arbeitet die Fabrik ohne Unterbrechung im 24-Stunden-Betrieb. Pro Tag werden mehrere Tausend Tonnen Rüben angeliefert und zu Zucker und Dicksaft verarbeitet. Ein Großteil des entstehenden Zwischenprodukts Dicksaft wird zwischengelagert und in einer Dicksaftkampagne im Frühjahr/Sommer des darauffolgenden Jahres zu Zucker verarbeitet. Dadurch wird ein großer Teil der Anlagenkapazität fast ganzjährig genutzt. Mit seiner Produktion kann das Werk den durchschnittlichen Jahresbedarf von 4-5 Millionen Verbrauchern decken.

Werksprospekt Zeitz


September 1857

Grundsteinlegung durch die Gründer.

23. Oktober 1857

Lieferung des vom Hofgraveur Jahn in Dresden hergestellten ersten Fabrikstempels.

31. Dezember 1857

Sozietätsvertrag: Gründung der Gesellschaft Zuckerfabrik Zeitz. Jeder Gesellschafter wird im Vertrag verpflichtet, auf mindestens 35 Morgen Zuckerrüben anzubauen.

1858

Bau der Fabrik. Maschinelle Ausstattung durch die Firmen Röhrig und König (Magdeburg) und Gebr. Forstreuter (Oschersleben). Am 12. Dezember wird die Erlaubnis zur Inbetriebnahme der Zuckerfabrik erteilt.

Vorstand der Zuckerfabrik wird Mühlenbesitzer Hermann Rossner, er bekleidet dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1892.

1871-1894

Erwerb von 138 Hektar landwirtschaftlichen Grundbesitzes.

1872

Bau einer Arbeiterkaserne am Granaer Stadtweg.

18. April 1876

Umwandlung der GmbH in eine Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht.

1877

Umrüstung auf das Diffusionsverfahren.

1881

Bau eines Bahnanschlusses mit Verladegleis.

11. November 1889

Die Generalversammlung beschließt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Zwei Tage später beschließt sie die Liquidation der Genossenschaft.

2. April 1890

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft: Zuckerfabrik Zeitz Aktiengesellschaft, Zeitz.

13. Januar 1894

Umfirmierung zur GmbH mit insgesamt 21 Gesellschaftern.

1903

Umstellung auf die Produktion von Weißzucker und damit einhergehende Erweiterung der Produktionsanlagen.

1910

Erwerb von 25 Prozent der Anteile an den Freyburger Kalksteinwerke GmbH, Freyburg. Die Zuckerfabrik kann somit Kalksteine zum Selbstkostenpreis beziehen.

1911

Eine Missernte führt in diesem Jahr zu schlechten Produktionszahlen. Die geplante Mehrleistung infolge eines Umbaus kann zunächst nicht erreicht werden.

Januar 1914

Erwerb des Rossner'schen Stadtguts in unmittelbarer Nachbarschaft der Zuckerfabrik, was für die Erweiterung der Fabrik unbedingt erforderlich ist.

Erster Weltkrieg

Einsatz von Kriegsgefangenen in der Zuckerfabrik.

August 1918

Erwerb der Dampfziegelei in Aue zur Versorgung der Fabrik mit ausreichend Baumaterial zur Erweiterung derselben.

1922-1924

Schrittweise Übernahme des Kohlebergwerkes "Bruderzeche H. Solf" in Kriebitzsch bei Meuselwitz.

1928

Produktionsbeginn des Edelsirups „Zesy-Gold" (Brotaufstrich).

1933

Kauf der stillgelegten Fabrikanlage der Zuckerfabrik Stötzen U.B.

30. Juli 1946

Die Zuckerfabrik Zeitz wird in Volkseigentum überführt.

1956

Die Produktion von „Zesy-Gold" wird eingestellt.

1957

Erste Rohrzuckerkampagne und Inbetriebnahme der Kleinabpackung. Der Verkauf von "Zeitzer Zucker" im 1-Kilogramm-Paket startet.

1960-1990

Verarbeitung von kubanischem Rohrohrzucker als „sozialistische Bruderhilfe".

1. Januar 1965

Bildung des VEB Zuckerfabrik "Fortschritt" mit Sitz in Zeitz. Vereinigt werden die Zuckerfabriken Zeitz, Markranstädt und Lützen. Zwei Jahre später wird dem VEB die Zuckerfabrik Delitzsch zugeordnet.

1984/85

Fertigstellung und Inbetriebnahme der drei Zuckersilos.

30. November 1990

Neuordnung der Zuckerwirtschaft der südlichen DDR durch Vertrag zwischen der Südzucker AG, dem Verband süddeutscher Zuckerrübenanbauer, dem Verband sächsisch-thüringischer Zuckerrübenanbauer und der Deutschen Ostzucker AG: Südzucker übernimmt 13 Zuckerfabriken.

10. Februar 1991

Gründung der Südzucker GmbH, rückwirkend zum 1. Juli 1990 mit Sitz in Zeitz als 100%ige Tochtergesellschaft der Südzucker AG. Übernahme von 13 Werken der ehemaligen DDR: Artern, Brottewitz, Delitzsch, Döbeln, Löbau, Lützen, Oberröblingen, Oldisleben, Roitzsch, Straußfurt, Vitzenburg, Walschleben, Zeitz

22. Februar 1991

Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Südzucker AG und der Südzucker GmbH: Die GmbH hat ihren gesamten Bilanzgewinn an die AG abzuführen, die AG verpflichtet sich, Fehlbeträge auszugleichen.

Eintragung der Südzucker GmbH im Handelsregister als Nachfolgegesellschaft der sechs ehemaligen VEB Zuckerfabriken Artern, Brottewitz, Delitzsch, Löbau, Straußfurt und Zeitz.

7. Oktober 1991

Eintragung des Warenzeichens „Zeitzer Zucker" (Tränenrad) beim Deutschen Patentamt.

1991-1993

Bau einer neuen Zuckerfabrik in Zeitz. Neben Plattling ist Zeitz das Werk mit den größten Dicksaftlagerkapazitäten. Beim Neubau des Werkes Zeitz entscheidet man sich bewusst dafür, Dicksaftkampagnen zu fahren, um gerade die hohen Investitionen im Zuckerhausbereich zu vermindern.

2005

Inbetriebnahme der Bioethanolanlage.

2010

Inbetriebnahme einer Anlage zur Herstellung von flüssigem CO2.

14. Oktober 2014

Einrichtung einer Werksfeuerwehr. Aufgrund des Baus der Weizenstärkeanlage ist die Stadt Zeitz nicht mehr in der Lage, alleine für den Brandschutz zu sorgen und daher wird die Gründung einer Werksfeuerwehr notwendig. 

2016

Inbetriebnahme der Weizenstärkeanlage.